Unternehmen und Finanzen

Checkliste zur Krisendiagnose!

Durch die anhaltend schwache Wirtschaft sind viele Unternehmen anfälliger für Krisen geworden. Insolvenzen sind heute leider immer noch an der Tagesordnung. Und dabei kann es fast jeden treffen, davon betroffen sind alt eingessene Unternehmen geanuso wie größere Konzerne oder der typische Kleinunternehmer. Was Sie tun können, um rechzeitig die richtigen Maßnahmen einzuleiten, um Ihr Unternehmen dauerhaft zu sichern, zeigt Ihnen unsere Checkliste.

Wir helfen Ihnen gerne bei einer Auswertung und bei der Umsetzung der geeigneten Maßnahmen. Rufen Sie uns an Tel. 089-546161-0.



Kostenrechung

Wozu Kostenrechnung?

Kosten sollten in jedem Unternehmen sorgfältig untersucht werden, damit sie auch beeinflusst werden können. Hier hilft die Kostenrechnung weiter. Sie ist ein wichtiges Hilfsmittel zur erfolgreichen Unternehmenssteuerung.

Für die Buchführung gibt es zahlreiche Vorschriften und gesetzliche Grundlagen (z. B. im HGB). Die Art und Weise wie Bücher geführt werden, ist in den "Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung" niedergelegt. Solche einheitlichen Vorgaben werden Ihnen für die Kostenrechnung nicht gemacht, wenn man von einigen Vorschriften (z. B. den Leitsätzen für die Preisermittlung aufgrund von Selbstkosten, die der Kalkulation öffentlicher Aufträge zu Grunde liegen müssen) absieht. Es ist eher die wirtschaftliche Situation am Markt, die zur Führung einer aussagefähigen Kostenrechnung zwingt. Entsprechend breit ist auch das Angebot an Kostenrechnungssystemen. 

Die Entwicklung der Kostenrechnung 

Das Prinzip der Vollkostenrechnung, alle Kosten zu ermitteln und auf die Kostenträger (Produkte, Dienstleistungen) umzulegen, ließ sich in der Wiederaufbauzeit nach dem Krieg eine ganze Weile gut nutzen. Solange die Nachfrage größer war als das Angebot konnten die Preise am Markt so ausgerichtet werden, dass sämtliche Kosten gedeckt wurden und außerdem noch ein Gewinn übrig blieb. Spätestens seit Anfang der Siebzigerjahre machte sich hierzulande aber verstärkt das Interesse an der Teilkostenrechnung breit, insbesondere am Direct Costing, das in den USA schon lange in der Praxis erprobt wurde. Bei diesen Systemen ging es jetzt nicht mehr darum, alle Kosten irgendeinem Träger (= Kostenträger) zuzuordnen, sondern nur noch die direkt und unzweifelhaft zuordbaren Kosten diesem Kostenträger anzulasten. Die verbleibenden Kosten mussten gemeinsam von allen Kostenträgern gedeckt werden. 

In den Achtzigerjahren gab es dann – insbesondere unter dem Druck der internationalen Märkte und Produktionsbedingungen vor allem in Ostasien – die Entwicklung der Prozesskostenrechnung und den Trend zum Kostenmanagement. Ziel war es nicht mehr, Kosten nur noch "zu rechnen", sondern möglichst schon im Entstehungsprozess zu beeinflussen. 


Was bringt Ihnen die Kostenrechnung? 

Welche Fragen beantwortet die Kostenrechnung?

In Zeiten der Vollbeschäftigung ist es eher das Bemühen, sämtliche Kosten so in der Kalkulation zu berücksichtigen, dass diese auch restlos gedeckt werden und außerdem ein ausreichender Gewinn übrig bleibt. Da die Situation der Vollbeschäftigung in kaum einer Volkswirtschaft noch anzutreffen ist und allenfalls in einzelnen Branchen für eine gewisse Zeit mehr Nachfrage auftritt als augenblicklich befriedigt werden kann, verlagert sich die Aufgabe der Kostenrechnung auf andere Fragestellungen, z. B.: 

Die Aufgaben der Kostenrechnung 

Die Buchführung stellt jährlich die Aufwendungen den Erträgen gegenüber und weist den objektiven Gewinn oder Verlust aus. Dieser muss aber nicht mit dem tatsächlichen Betriebsergebnis identisch sein.

Die Kostenrechnung muss den Werteverzehr zur Leistungserstellung mengenmäßig und wertmäßig erfassen, gliedern, analysieren und Aussagen machen über

Dazu dienen vor allem:

die Ermittlung des Betriebsergebnisses, 

die Aufstellung einer periodischen, kurzfristigen Erfolgsrechnung (meist monatlich), 

die Ermittlung der Herstell- und Selbstkosten je Leistungseinheit.

Letzteres dient sowohl

– als Grundlage für die Preispolitik

– wie auch als Wertansatz für die Bilanz.

Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe der Kostenrechnung ist die Bereitstellung von Informationen für die Preispolitik. Dazu gehören nicht nur die Daten für die Kalkulation. Mit Hilfe der Kostenrechnung können Sie auch prüfen, ob Ihre Selbstkosten unter oder über den am Markt erzielbaren Preisen liegen. Sollen neue Produkte eingeführt werden, liefert Ihnen die Kostenrechnung die Grundlage für die Preisbildung überhaupt. Die Kosten der Produktentwicklung müssen Sie dabei ebenso berücksichtigen (wenn der Markt das zulässt) wie die Kosten der Produktherstellung. Wichtig ist insbesondere das Ermitteln von Preisuntergrenzen bei nicht ausgelasteten Kapazitäten (z. B. um über die Annahme eines Zusatzauftrags zu entscheiden). 

Ihr Steuerberater München informiert pünktlich, genau und ausführlich.



Kosten- und Leistungsrechnung

            -    freiwillig

            -    gesetzlich


Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Kostenrechnung eine

Was hat die Kostenrechnung mit der Buchhaltung zu tun? 

Die Kostenrechnung nimmt eine andere Perspektive als die Finanzbuchhaltung ein; manche Vorfälle, die der Buchhalter berücksichtigen muss, interessieren den Kostenrechner wenig (neutrale Aufwendungen), während dieser aber Kosten berücksichtigt (kalkulatorische Kosten), die der Buchhalter nicht unbedingt buchen muss.

Trotzdem bestehen Beziehungen zwischen Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung: 

Aufgrund dieser Zusammenhänge wird bereits in der organisatorischen Struktur der Buchhaltung die Kostenrechnung berücksichtigt:

Braucht ein Controller die Kostenrechnung? 

"Kaum jemand spricht heute noch von Kostenrechnung; Controlling ist das Thema für den Unternehmer von heute." Diesen markigen Satz sprach ein Referent auf einer Tagung für mittelständische Unternehmen. Und wie alle pauschalen Aussagen zu einem Thema ist dieser Satz gleichermaßen richtig wie falsch.

Betrachtet man die Kostenrechnung als Instrument zur Aufzeichnung und Kontrolle der Kosten, so ist diese Form überholt und nicht zeitgemäß. Eine der Aufgaben der Kostenrechnung sollte es aber sein, Daten und Informationen für die Unternehmensführung zur Verfügung zu stellen. Leider wurde diese Aufgabe – von den Fragestellungen zur Preisermittlung und Preisfindung einmal abgesehen – lange und oft vernachlässigt.

Das Controlling füllt diese Lücke vollständig aus. Controlling bedeutet auch – vom Wortsinn her – nicht "Kontrolle" (so wie es im Deutschen oft fälschlich interpretiert wird), sondern "steuern". Präziser übersetzt wäre noch "regeln", denn Controlling soll im Idealfall ein sich selbst steuerndes kybernetisches Regelsystem sein. Dazu gehören:

Das Instrumentarium, auf das sich der Controller bezieht, besteht im Wesentlichen aus: 

Ein brauchbares Controlling baut also auf einem Kostenrechnungssystem auf. 

 

Die Kostenrechnung ist also ein Teil des betrieblichen Rechnungswesens. Sie erfasst den mengen- und wertmäßigen Verzehr von Produktionsfaktoren sowie die dadurch hervorgebrachten Leistungen. Deshalb auch: Kosten- und Leistungsrechnung. 

 

Das betriebliche Rechnungswesen




Wichtige Erklärungen 

Vom Aufwand zum Ertrag

Die Klärung einiger Begriffe wird Ihnen das Verständnis der folgenden Ausführungen erheblich erleichtern; vor allem dann, wenn Sie sich mit dieser Thematik erstmalig befassen.

Mein Vater klagte manchmal über die Gaststättenpächter in unserem Ort, besonders über die im Park. "Die kaufen das Bier für fünfzig Pfennig ein und verkaufen es uns dann weiter für zwei Mark. Da siehst du mal, was die alles daran verdienen!" Der Hinweis, dass die Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis ja nicht der Reingewinn sei, minderte seinen Ärger kaum. "Dann ziehen sie eben ihre Unkosten noch ab und es bleibt mindestens noch eine Mark pro Bier übrig." Eine weitere Diskussion war nicht angebracht, das wusste ich und ließ es meist auch bleiben. 

Aber ich stellte mir die Frage, was denn "Unkosten" eigentlich sind. Was ein Unmensch oder ein Untier ist, das konnte ich mir bildlich noch vorstellen. Aber "Unkosten"? 

Aufwand – Kosten – Ertrag - Erlös 

In der Kostenrechnung haben wir es mit vielen verschiedenen diesem Begriff bezeichnet man den Werteverzehr einer Kostenbegriffen zu tun; die Unkosten kommen dabei aber nicht vor. Zusammenfassend meinen Kosten immer den in Geld ausgedrückten Werteverbrauch, sofern er zur Erstellung und Verwertung der betrieblichen Leistung in einer bestimmten Periode anfällt. 

Dem gegenüber steht der Aufwand . Mit Unternehmung in einer Periode. Es ist zunächst nicht wichtig, ob der Aufwand betrieblich bedingt ist oder andere Ursachen hat. 

Beide Begriffe decken also weitgehend die gleichen Vorgänge ab. Allerdings kommen beim Aufwand noch so genannte Neutrale Aufwendungen hinzu, die unter Kostengesichtspunkten nicht betrachtet werden. Dabei handelt es sich um Kosten, die mit dem eigentlichen Betriebszweck nichts zu tun haben (z. B. die Kosten der Finanzierung). 

Darüber hinaus gibt es so genannte kalkulatorische Kosten (das sind Kosten, die zunächst nicht wirklich anfallen, sondern auf ein zukünftiges Ereignis oder eine vergleichbare Situation hin kalkuliert werden), die wiederum dem Aufwand nicht zu-gerechnet werden können. Man bezeichnet solche kalkulatorischen Kosten auch als "Zusatz- oder Anderskosten".

Aufwendungen sind eher eine Betrachtung der Finanz- und Bilanzbuchhaltung, Kosten das Thema der Kosten- und Leistungsrechnung.

            -    Kosten Kalkulatorische 

            -    Kosten 

Den Aufwendungen und Kosten sollten Erträge und Erlöse gegenüberstehen. Als Ertrag bezeichnet man den gesamten, in Geld ausgedrückten Wertezugang einer Periode, soweit er zur Vergrößerung des Reinvermögens führt. Das ist z. B. bei einer Kreditaufnahme nicht der Fall. Das Gleiche trifft auch weit-gehend auf die Erlöse zu; allerdings ist die Definition zusätzlich eingeengt, da man zu den Erlösen nur den Wertezugang rechnet, der aus dem betrieblichen Leistungsprozess stammt. Nicht betrieblich bedingte Erträge (z. B. Verkaufserlöse von Grundstücken oder Erlöse aus Wertpapierverkäufen) sind demnach keine Erlöse. Andererseits gibt es auch Erlöse, denen keine Erträge gegenüberstehen. Statt von Erlösen wird – vor allem in älterer Literatur – auch von Leistungen gesprochen (daher auch der Begriff: Kosten- und Leistungsrechnung). 

            -    Erlöse 

            -    Zusatz- oder Anderserlöse 

Auszahlung – Ausgabe – Einzahlung – Einnahme

In meiner Kindheit geriet fast jeder, der es wagte, beim Bäcker oder Metzger etwas "anschreiben" zu lassen, in den Verdacht, ein Bankrotteur zu sein. Man zahlte bar, und wer das nicht konnte, musste ja zwangsweise pleite sein. In der heutigen Zeit ist es leicht Geld auszugeben, ohne es auszahlen zu müssen. Durch Kreditkarten, Scheckkarten, Schecks oder den Kauf auf Rechnung ist dies fast unbegrenzt möglich. 

Damit ist auch schon ganz wesentlich umschrieben, wie die Begriffe Auszahlung und Ausgabe zu differenzieren sind: Eine Auszahlung ist immer ein barer oder bargeldloser Zahlungsvorgang, bei dem das Unternehmen der Zahlungsleistende ist. Geld wird in Bewegung gesetzt, aus der einen Kasse in eine andere, von dem einen Bankkonto auf ein anderes. Wird eine Rechnung aber nicht sofort bezahlt, sondern später (im Fachjargon: auf Ziel) so findet zwar ein Schuldenzugang statt, aber noch keinerlei Geldbewegung. Schuldenzugänge und Auszahlungen werden unter dem Oberbegriff Ausgaben zusammengefasst. 

Unter Einzahlungen versteht man dementsprechend nur bare oder bargeldlose Zahlungsvorgänge, bei denen das Unternehmen der Zahlungsempfänger ist. Werden aber die ausgelieferten Waren nicht sofort, sondern erst später bezahlt, dann entsteht keine Einzahlung, sondern eine Forderung. Forderungen und Einzahlungen werden unter dem Begriff Einnahmen zusammengefasst. 




Die Kostenarten: welche Kosten gibt es?

Zur Einführung in die Kostenrechnung müssen zunächst die wichtigsten Differenzierungen des Kostenbegriffes vorgestellt werden. 

Einzelkosten und Gemeinkosten

Je nachdem wie Kosten bestimmten Kostenträgern zugeordnet werden können, spricht man von Einzel- oder Gemeinkosten. 

Einzelkosten lassen sich einem Kostenträger direkt zurechnen. Zum Beispiel das Material, das in ein Produkt eingeht. 

Gemeinkosten lassen sich dem einzelnen Kostenträger nicht mehr direkt zuordnen. Sie können nur über Zuschlagssätze auf die verschiedenen Kostenträger aufgeteilt (der Kostenrechner sagt "umgelegt") werden. Die Verwaltungskosten können z. B. nicht mehr einzelnen Produkten direkt zugeordnet werden. 

Variable Kosten

Kosten, die sich der veränderten Marktlage anpassen, nennt man variable oder proportionale Kosten. 

Die Materialkosten nehmen mit steigender Produktionsmenge insgesamt proportional zu. Sie verringern sich z. B. im gleichen Verhältnis, wie die Produktion zurückgeht. 

Die auf ein Stück umgerechneten Materialkosten bleiben bei schwankender Beschäftigung konstant.

Variable Kosten sind deshalb verhältnismäßig unproblematisch. 

Fixe Kosten

Kosten, die von der Beschäftigung und Marktlage nur sehr un-wesentlich abhängen, nennt man fixe Kosten oder Kosten der Betriebsbereitschaft. 

Dieses Verhalten der fixen Kosten ist der Grund dafür, warum fix-kostenintensive Wirtschaftszweige (z. B. der Bergbau, die Stahlindustrie, Maschinenbau, Werften) auf möglichst volle Auslastung ihrer betrieblichen Anlagen achten müssen.

Eine Sonderform sind die sprungfixen Kosten. Sie bleiben eine ganze Weile konstant, um sich ab einem bestimmten Punkt (einer bestimmten Beschäftigungssituation) mit einem Schlag auf ein anderes Niveau zu heben oder zu senken.

Mischkosten

Ein Teil der Gemeinkosten enthält zugleich fixe und variable Kostenanteile, die sich aus den Kosten nicht eindeutig heraustrennen lassen. Kosten mit dieser Eigenschaft nennt man auch Mischkosten.

Quelle: Taschenguide "Kostenrechnung", Rudolf Haufe Verlag 2002

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